Nachzucht von Tausendfüssern: Unsere Erfahrungen

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enn man sich etwas eingehender mit der Haltung von Tausendfüssern – und vor allem der Anschaffung – beschäftigt, wird man bald feststellen, dass von einigen Arten beinahe ausschließlich Wildfänge angeboten werden. Dies ist (leider) vor allem darauf zurückzuführen, dass die Haltung dieser Arten sich durchaus als händelbar erweist, aber eine erfolgreiche Nachzucht sich schwieriger gestaltet.

Am Anfang steht natürlich der Umstand, dass man beide Geschlechter für eine erfolgreiche Zucht benötigt. Doch oft kommt es vor, dass man ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis erhält. Für die Reifung der Eier müssen die Bedingungen im Terrarium ebenfalls stimmen, damit aus dem Ei eine kleine Larve mit zunächst sieben Beinpaaren (nicht zu verwechseln mit Fliegenmaden) wird. Die Larven sind zunächst immobil; so lange verbleiben sie am Ort des Schlupfes oder dem Nest. Sobald man sich sicher ist, dass man Nachwuchs hat, sollte man sichergestellt haben, dass es keine Räuber im Terrarium gibt.

Da Tausendfüsser ein starres Exoskelett besitzen, müssen sie sich regelmäßig häuten. Mit jeder Häutung wächst der Tausendfüsser.

Vor allem bei größeren Arten dauert es aber länger, bis sie die Geschlechtsreife erreichen (die sogenannte Generationendauer). Bis dahin kann viel passieren. Plötzliche Ausfälle können einen vermeintlichen Zuchterfolg schnell schmälern oder zu einem Totalausfall werden lassen. Diese Ausfälle sind oft unerklärlich – an den äußeren Bedingungen hat sich nichts geändert, es gibt keine Räuber, denen die kleinen Tausendfüsser zum Opfer gefallen sein könnten, aber trotzdem lassen sich mit jedem Tag weniger Nachzuchten beim nächtlichen Mahl blicken.

Gut nachzuzüchten

Zu den Arten, die als Nachzucht regelmäßig auf Anzeigenportalen und auf Terraristikmessen angeboten werden, gehören Spirostreptus spec. 1, Spirostreptus gregorius und Centrobolus splendidus. Auch sehr häufig findet man Tonkinbolus caudulanus, Telodeinopus aoutii, Centrobolus spec. „Mosambik“ und Anadenobolus monilicornis.

Beim Kauf aus Nachzucht sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht zu klein sind. Im Allgemeinen lässt sich sagen: Je kleiner, desto empfindlicher. Eine pauschale Aussage, ab welcher Größe eine Art einigermaßen stabil ist, lässt sich schwer treffen; das muss jeder für sich entscheiden – was sowohl den Kauf als auch die Abgabe anbelangt.

Unsere nachgezüchteten Arten

Wir bemühen uns, jede der von uns gehaltenen Arten nachzuzüchten. Bei unseren momentan gehaltenen Arten haben wir bei folgenden Nachwuchs entdeckt – in Klammern steht die aktuelle, geschätzte Größe.

  • Benoitolus siamensis (1cm | 23. März 2018)
  • Benoitolus spec. „Khao Sok“ (3cm)
  • Chicobolus spinigerus (4cm)
  • Centrobolus splendidus (2cm)
  • Spirostreptus gregorius (3cm)
  • Tonkinbolus caudulanus (0.5cm | 31. März 2018)

Unsere Aufzucht

Unsere Nachzuchten wachsen, sofern sie sich nicht auf Erkundungstour außerhalb des Terrariums begeben, im Terrarium der Elterntiere auf. Eine Zählung erfolgt daher nur, wenn das Substrat des Terrariums ausgetauscht oder das Terrarium neu gestaltet werden muss. Auch von Messungen mit Millimeterpapier sehen wir ab, die hier stehenden Größenangaben sind geschätzte Werte.

Fotostrecke Chicobolus spinigerus 2006/2007

 

Zuletzt aktualisiert am 02.04.2018